Heide Marie Voigt - Gestaltung
Heide Marie Voigt - Gestaltung

 

 

 

 

Ich beschreibe, was ich sehe, denke, träume.

 

Ich kann mir keine Geschichten ausdenken. Krimis machen mir Angst. Ich beschreibe, was ich sehe, denke, träume. So finde ich Auswege aus den Sackgassen der Wirklichkeit.

 

Lyrik

 

puisqu'il faut vieillir                 alt werden

dans cette vie -                      in diesem Leben

cela vaut bien la peine           mit leuchtenden Augen

de faire briller                         die Mühe

ses yeux                                lohnt sich

 

aus: Pilgerreise / pèlerinage, Künstlermappe, Geest-Verlag

Prosa

 

Im Wald steht ein halbes Haus. Ihm fehlt nichts, es ist nicht kaputt. Es ist einfach nur halb, unvollkommen. Eine Seite ist - die andere ungewiss.

Nicht wie nach einem Schlaganfall: die eine Seite gelähmt, die Augen sehen nur halbe Welt, linkslastig oder rechtslastig, der Mensch verkommt zu einem Fragezeichen, links oder rechts gewendelt. So nicht. Das Haus ist nicht krank. Sondern wie der Mond, er ist nur halb zu sehen. Wie eine Muter, die ihr Kind sucht, wenn die Nabelschnur durchtrennt ist - und das Kind erkennt den Herzschlag der Mutter. Wie Adam von dem gesagt ist: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist. Er erwacht und sucht und ruft, er schämt sich, weil er halb ist, nicht vollkommen, er versteckt sich unter den Bäumen.

So steht das Haus im Wald. Es ist halb und doch wie der Mond, rund und schön. Es zündet am Abend die Lampen an und leuchtet von innen. Das Fest ist nun vorbereitet.

 

aus: Diese einmalige Person, unveröffentlichtes Manuskript

 

Pädagogische Texte

 

Diese Unterrichtseinheit wendet sich an das Bedürfnis der Kinder, zur Sprache zu kommen und gesehen zu werden als ICH, unzensier, mit 'guten' und 'bösen' Gedanken und Gefühlen - also an das Bedürfnis selbst-bewusst zu werden, sich zurecht zu finden in der Welt. Nur was zum Ausdruck gebracht werden darf, kann bewusst und damit verantwortet werden.

Ein Gedicht schreiben - das ist wie der Blick durch ein Schlüsselloch in das Geheimnis hinter einer verschlossenen Tür. Ins Wort gebracht gewinnt das erhaschte Bild eine geformte Gestalt.

Ziel der Unterrichtseinheit ist, dass jedes Kind in der Klasse ein eigenes Gedicht schreibt, sauber abschreibt als Kopiervorlage - und es vor einem Publikum vorträgt. Zweisprachigkeit ist erwünscht, aber nicht Pflicht.

Die Unterrichtseinheit eignet sich für die Sekundarstufe 1.

 

aus "Hier bin ich - wie ein Baum" -

Jugendliche schreiben eigene Gedichte, möglichst zweisprachig,

Raabe-Verlag, Frühjahr 2016, im Rahmen des Lieferungswerks Starke Lehrer - starke Schule

ISBN 978-3-8183-0550-5, ZIP-Download unter www.raabe.de

Philosophische Texte

 

"Ein Kunstwerk ist." Sagt Altvater Heidegger. Nicht dass wir ihn verstehen. Nein, wir verstehen ihn nicht. Sie etwa? Wir zitieren: "Eine Lichtung ist. Sie ist vom Seienden her gedacht, seiender als das Seiende. Diese offene Mitte ist daher nicht vom Seienden umschlossen, sondern die lichtende Mitte selbst umkreist wie das Nichts, das wir kaum kennen, alles Seiende." Also: "Inmitten des Seienden im Ganzen west eine offene Stelle." Und so weiter: "Nur diese Lichtung schenkt und verbürgt uns Menschen einen Durchgang zu dem Seienden, das wir selbst sind." Alles klar? "Die Lichtung, in die das Seiende hereinsteht, ist in sich zugleich Verbergung. Verbergung aber waltet inmitten des Seinenden auf zwiefache Art." Und so weiter und so weiter. Lauter verbergende Sätze, in denen das Wesentliche so rumwest. Nur in homöopathischen Dosen zu verkraften. Wir verzichten auf die Ordnung zwiefacher Art, erstens und zweitens - und stellen statt dessen die einfache Frage: "Was ist Kunst?"

 

Essay aus: Reise ins Innere Ausland, Edition Falkenberg

 

Neuerscheinung 2015

 

Mein Großvater besucht mich

- oder: Was ist Glück für Kassandra?

Vier mal vier Geschichten vom Heil-werden und vom Tod

vom Geld, von Atomkraft, vom Sturm und von der Himmelsleiter -

dramatisch, besinnlich, anspruchsvoll und mit einem Lächeln

die immer weider unerwartete Perspektiven eröffnen.     

 

Geest-Verlag  2015   ISBN 978-3-86685-503-8   12,50 €

 

 

Neuerscheinung 2017

Reise ins Innere Ausland

-  oder Warum muss ich eigentlich?

Vier mal vier Texte zum Umzug in eine größere Wohnung.

Heide Marie Voigt ist Großmutter - und immernoch Kriegskind. Sie ringt mit Erinnerungen, Ängsten, Stimmungen um einen ehrlichen Blick auf die von Waffen bedrohte Welt. Mit den Finerspitzen schiebt sie die Schatten beiseite und schafft eine Lichtung, auf dass es möglich sei, handlungsfähig zu bleiben.

 

Edition Falkenberg 2017  ISBN 978-3-95494-125-4       12 €

Veröffentlichungen

 

Die verkopfte Schule (vergriffen) Klett-Cotta 2003

Einblicke, Bilder und Gedichte, Sujet-Verlag 2005

Will leben. Hommage an Paula Modersohn-Becker. Mit Gedichten von Regina Kurz. Sujet-Verlag

Im Weg. Dialoge auf dem Jakobsweg von Bremen nach Köln. Geest-Verlag 2007

Pilgereise / pèlerinage, Künstlermappe, Geest-Verlag 2009

Streitpatience mit Feuer, mit Gedichten von Ortrud Böss und Heide  Marie Voigt, Kartenspiel, Geest-Verlag 2012

Mein Großvater besucht mich, Geest-Verlag 2015

Reise ins Innere Ausland, Edition Falkenberg 2017

 

Herausgeberin von Bremer Blüten (vergriffen) WMIT 1997

                                Zwiesprache lyrik - ein Bremen-Buch, Sujet-Verlag 2010

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